Bolivien erwandern

Wanderreise durch die unterschiedlichen Landschaftsformen in Bolivien. Wir starten in La Paz und entdecken die Yungas, Titicacasee, Potosi und den Salzsee Salar de Uyuni. Schöne, aber einfache Wanderreise.

Am besten erkunden lässt sich ein Reiseland wie Bolivien immer noch zu Fuß. Wobei wir natürlich aufgrund der riesigen Distanzen innerhalb Boliviens trotzdem nicht auf Fahrzeuge verzichten können. Trotzdem durchqueren wir viele der interessantesten Ecken des Landes. Die Yungas bei Coroico zum Beispiel bieten unberührte Wandermöglichkeiten, ebenso wie das Kari Kari Gebirge bei Potosi. Auch um Copacabana herum lässt es sich vortrefflich und ohne Fahrerei wandern. Nicht ganz einsam zwar aber dafür mit unglaublichen landschaftlichen Eindrücken. Diese sind auch im Salar de Uyuni garantiert, fast endlos erscheinend die gleißend weiße Salzfläche. Gewaltige Vulkanberge, vielfarbige Lagunen und zahlreiche Tierarten machen die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ein Bad in heißen Thermalquellen setzt dem ganzen die Krone auf.

Laguna-San-Sebastian-Potosi

Um La Paz herum lässt sich die Cordillera Real sehr schnell und einfach erreichen. Der Cerro Kinkillosa und das ehemalige Skigebiet am Chacaltaya sind nur 2 der unzähligen Möglichkeiten für Wanderer und Bergsteiger.

Zuerst einmal fahren wir in die Yungas hinab das Übergangsgebiet zum Dschungel. Hier warten ein paar malerische Wanderungen auf uns, von denen wir uns im Hotelpool in Coroico erholen können. Copacabana am Titicacasee ist natürlich einer der Klassiker in Bolivien schlechthin, neben der Isla de Sol erwandern wir noch 2 kleinere Berge direkt von Copacabana aus.

Die Muela de Diablo ist allenfalls bei Einheimischen bekannt, bietet aber eine der schönsten Wanderungen um La Paz überhaupt. Im Gegensatz zum Salar de Uyuni, dem Highlight schlechthin in Bolivien, ein riesiger weiß glänzender Salzsee umgeben von hohen Vulkanbergen und wüstenhaften Landstrichen. Weiter südlich finden sich vielfarbige Seeaugen mit zahlreichen Flamingos, Viscachas und Andenfüchsen. Aber auch sprudelnde Geysire, heisse Quellen, bizarre Felsformationen und imposante Vulkanberge bekommt der Besucher zu sehen.

Potosi bietet neben den berühmten Silberminen auch herrliche Wandermöglichkeiten im Kari Kari Gebirge. Den Schlusspunkt setzen der 5000er Cerro Kinkillosa und das ehemalige Skigebiet Chacaltaya. Dort werden wir die gesamte Kette überqueren, von herrliche Aussichten begleitet.

Tour-Info

Highlights

  • Coroico
  • Cumbre Pass
  • La Paz
  • Copacabana
  • Isla de sol
  • Titicacasee
  • Salar de Uyuni
  • Laguna Colorada
  • Laguna Verde
  • Potosí
  • Chacaltaya

Dauer dieser Tour: 20 Tage

Unser nächsten Termine:

  • 5. bis 24. September 2018

Gerne führen wir diese Tour auch zu Ihrem individuellen Wunschtermin durch.

Preise (pro Person):

  • Ab 2 Teilnehmern: 2.495 Euro
  • Ab 4 Teilnehmern: 2.195 Euro
  • Ab 6 Teilnehmern: 2.095 Euro

Eingeschlossene Leistungen

  • Reisen im Land mit Bussen und Taxen
  • Übernachtungen in einfachen Hotels oder Zelten
  • Bergtouren mit Organisantion, Führer und Leihausrüstung
  • Reiseleitung vor Ort
  • Geführte Bergwanderungen
  • Verpflegung während der geführten Touren
  • Bergführer für die hohen Berge

Nicht eingeschlossene Leistungen

  • Flug
  • Reiseunfall- und Krankenversicherung
  • Reisegepäcks- und Reiserücktrittskostenversicherung
  • Nicht ausgeschriebene Mahlzeiten und Getränke
  • Trinkgelder
  • Ausgaben des persönlichen Bedarfs

Teilnehmerzahl

  • Mindestens: 2
  • Maximal: 10

Leistungen

  • Eine gute allgemeine Fitness ist für diese Tour gewünscht und sehr von Vorteil.

Tour-Verlauf

1. Reisetag: Ankunft La Paz

Allein der Anflug auf La Paz zwischen eisgepanzerten 6.000ern kann einem den Atem rauben, nach der Landung tut dies sicherlich die große Höhe von über 4.000 Metern. Doch wir bleiben nicht in El Alto sondern begeben uns in die tieferen Gefilde der Metropole auf nur noch gut 3.500. Jetzt wird erst mal das Hotel bezogen, danach ist Ausruhen angesagt.

Pflanzen-in-den-Yungas

2. Reisetag: Fahrt nach Coroico, Wasserfaelle

Zuerst durchfahren wir La Paz in Richtung Villa Fatima, einem indigen geprägten Stadtteil mit zahlreichen Märkten und Verkaufständen. Hier startet auch unser Kleinbus, den wir in Richtung Coroico chartern. Zuerst geht es an einem Kontrollpunkt vorbei auf den 4750 Meter hohen Abra de Cumbre. Imposante Gebirgszüge und ein kristallklarer See säumen die Passhöhe, eigentlich ein nur schwer noch zu steigernder Eindruck. Doch nur eigentlich, nun geht es 3000 Höhenmetern hinab in die Yungas. Die schmalen Wegstücke werden oft als die gefährlichste Strasse der Welt bezeichnet. Immer grüner und üppiger wird die Vegetation, dann kommt der Höhepunkt der Tour, mehrere Hundert Meter fällt der Berg direkt neben uns ab, die Strasse ist kaum breiter als ein Pferdewagen. Sprudelnde Wasserfälle teilen sich die Szenerie mit übergroßen Farnen, tropischen Sträuchern und sogar Bambus. Hinter der Puente Yolosa auf nur noch 1200 Metern geht es durch tropische Plantagen wieder etwas hinauf nach Coroico (1750m). Dort beziehen wir erst mal unser Hotel und schauen uns in der unmittelbaren Umgebung um, eintropisch geprägtes Abendessen beschließt den Tag. Warscheinlich schaffen wir es die nahegelegen Wasserfälle zu besuchen, mit Bademöglichkeit.

3. Reisetag: Cerro Uchumachi und Rückfahrt nach La Paz

Malerisch ist Coroico von kleinen Hügeln mit Kaffee-, Zitrus-, Bananen-, und Cocaplantagen umgeben, sodass sich zahlreiche Wandermöglichkeiten ergeben. Unsere Tour führt zum Cerro Uchumachi, dem gut 2.400 Meter hohen Hausberg von Corioco. Der Pfad ist recht gut zu finden, die Tiefblicke und die Aussicht auf die weiter westlich gelegene Cordillerenkette werden immer grandioser. Später führt unser Weg durch dichten Bergurwald mit spannenden Vegetationsformen. Noch weiter oben wird dann die Weitläufigkeit des bolivianischen Bergurwaldes deutlich, wo man auch hinschaut nichts als dicht bewachsene Bergrücken. Der Abstieg führt direkt hinunter zu unserem Hotel, wo noch ein erfrischend kühler Pool auf uns wartet. Rückfahrt nach La Paz.

Yungas

4. Reisetag: Tiwanaku

Für heute steht noch mal etwas Kultur auf dem Plan, die wichtigste präkolumbische Kulturstätte Boliviens wollen wir uns vornehmen, Tiwanaku. Die Ruinen liegen nur 70 km von La Paz entfernt und sind somit gut zu erreichen. Es soll einst der Gott Con Ticci Wiracocha aus dem Titicacasee gestiegen sein und die Sonne erschaffen haben. Dazu dann in Tiwanaku die Welt und die Menschen. Tiwanaku (100v.Chr.- 1.200n.Chr.) ist nach wie vor eine der geheimnisvollsten Kulturen Südamerikas. Die ehemalige Hauptstadt Tiwanakus liegt ca. 20 km im Landesinneren Boliviens, auch die Sonnen- und die Mondinsel gehörten früher zum Reich. Möglicherweise lag Tiwanaku vormals direkt am Seeufer, da der See früher größer war. Genaueres ist aber über die Tiwanakukultur bekannt, die hier sichtbaren Bauwerke werden zwischen die Jahre 400 und 1.000 datiert. Auch bei der Einwohnerzahl tappen die Forscher im Dunkeln zwischen 20.000 und 12.000 schwanken die Zahlen. Interessante Säulenmonolithe schauen wir uns noch an, dazu die tempelartige Sonnenwarte Kalasasaya und den Hügel Akapana. Auch das Sonnetor Intipunto darf nicht fehlen im Programm. Nach der Besichtigung fahren wir noch zurück ins nahe gelegene La Paz, wo wir zu Abendessen und auch übernachten.

5. Reisetag: Fahrt nach Copacabana, Calvario

Wie viele Legenden ranken sich um den tiefblauen Titicacasee, wie viel ist in Büchern über ihn zu lesen? Aber das alles verblasst, wenn wir wirklich vor ihm stehen. Mehr noch wir machen eine Bootsfahrt über den See auf die bekannte Sonneninsel, angeblich der Ursprung des Inkareiches. Zuerst aber haben wir 3 Stunden Busfahrt von La Paz nach Copacabana vor uns. Alles andere als langweilig, fahren wir zuerst durch die Zuwandererstadt El Alto, später an allen Hochgipfeln der Cordillera Real vorbei.

Nach dem Einchecken und dem kurzen Weg zum Hafen nehmen wir uns gleich die erste der obligatorischen Forellen vor. Wer möchte kann am Abend noch den Calvarienberg über dem Ort versuchen, er bietet eine phantastischen Blick über den See und meistens atemberaubende Sonnenuntergänge. Es sind hierfür nur gut 150 Höhenmeter nötig. Wir übernachten in Copacabana.

Ausblick-Isla-de-Sol

6. Reisetag: Isla de Sol Durchquerung

Heute lernen wir den See noch intensiver kennen. Zuerst einmal steht eine Bootsfahrt an, etwa 2 Stunden sind wir unterwegs zum Nordende der Insel. Auf dem Oberdeck wird die Fahrt zum wirklichen Erlebnis. Nach dem Ausstieg wandern wir zuerst an einem herrlichen Sandstrand! vorbei, bevor es endlich bergauf geht. Etwa 200 Höhenmeter müssen wir überwinden bis zum Gipfelkamm. Die Insel hat wahrlich einiges zu bieten, daher überschreiten wir heute das komplette Gebiet. Mit einigem Auf- und Ab folgen wir dem Kammverlauf, wobei wir schon mal die ersten 2 kleinen 4.000er mitnehmen, ohne größere Mühe versteht sich. Auch ein paar kleine Archäologische Fundorte gibt es unterwegs zu sehen. Übernachtung in Copacabana im Hotel.

7. Reisetag: Cerro Ceroka und Fahrt nach La Paz

Ein kleiner Berg in der direkten Umgebung von Copacabana steht heute auf dem Programm, der Cerro Ceroca, immerhin schon deutlich über 4.000 Meter hoch. Gemächlich wandern wir durch sattgrünes Weideland, von zahlreichen Tierarten genutzt. Später wird der Weg steiler, die ausblicke dafür immer weitläufiger. Schnell ist dann der Antennen „geschmückte" Gipfelbereich geschafft. Bis hin zur Cordillera Apolobamba ganz im Norden Boliviens kann man hier schauen, dazu natürlich über fast den kompletten See. Auch für Paragleiter ist dieser Ort als Startplatz gut geeignet und gern genutzt. Er bietet sich vor allem deswegen an, weil man auf der Rückseite mit dem Allradfahrzeug zum Gipfel fahren kann, diesen Weg benutzen wir für den Abstieg. Unten im Ort bleibt noch Zeit für eine Forelle zum Mittagessen, bevor wir uns per Bus aufmachen, zurück nach La Paz.

Kathedrale-Copacabana

8. Reisetag: Muela de Diablo

Wir fahren mit dem Minibus ein Stück aus La Paz heraus in Richtung Süden. Dort wartet ein spannendes Felsgebilde mit zwei spitzen Zacken im Gipfelbereich. Diesen verdankt sie den Namen Muela de Diablo, Backenzahn des Teufels. Die Tour ist eher kurz, führt aber durch prachtvolle grüne Felder und interessant aufgebaute Felsformationen. Oben haben wir obwohl "nur" 3852 Meter hoch einen phantastischen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Hochgipfel, mit dem Eisgepanzerten Illimani als Krönung.

9. Reisetag: Stadt La Paz und Fahrt nach Uyuni

Um uns langsam an die große Höhe zu gewöhnen, steht zuerst einmal eine Stadtbesichtigung an. Da gibt es einiges zu sehen, zum Beispiel die berühmte Calle Linares, praktisch ein einziger Marktplatz. Grosse Teile der Stadt sind stark indigen geprägt, überall gibt es Stände, praktisch alles und zwar wirklich alles kann hier erworben werden. Hier befindet sich auch das weltweit einzige Cocamuseum, also können wir es uns nicht entgehen lassen nähere Informationen über die überragende Bedeutung dieser vielfältigen Nutzpflanze für das Land und seine Bevölkerung. Zum Essen wählen wir dann ein ganz landestypische Lokal aus, um noch mehr den Eindruck zu gewinnen in Bolivien angekommen zu sein. Am Nachmittag folgt dann ein kleines Kontrastprogramm, neben der Prachtstrasse des Prado steht auch ein Besuch des Regierungspalastes auf dem Plan. Dazu besichtigen wir die Plazas Murillo und San Franzisco, beide mit imposanten Kirchen geschmückt. Dazu gibt es grüne Parks, von wo aus neben ultramodernen Hochhäusern auch die ärmlichen Hütten an den Berghängen über der Stadt gut zu sehen sind. Beim Abendessen werden uns dann die vielfältigen Lichtspiele in verschiedenen Höhenlagen begeistern.

Am frühen Abend wartet dann unser Bus nach Uyuni, eine lange und kalte Fahrt steht uns bevor, befindet sich doch ein Grossteil der Strecke auf über 4000 Metern Höhe. Entsprechend interessant sind dann auch die Wüstenflächen, welche sich uns am nächsten Morgen eröffnen.

Blick-Isla-Inkahuasi

10. Reisetag: Salar de Uyuni mit Isla Pescado

Nach der Ankunft deponieren wir unser Gepäck in unserer Agentur in Uyuni und durchforsten ein wenig die Stadt, auch um ein Frühstück zu bekommen. Bald darauf geht es dann aber endlich los, wir wollen heute die größte Salzwüste der Welt erkunden, ein Naturerlebnis aller ersten Ranges. In der Trockenzeit verdunstet alles Regenwasser dann aber und zurück bleibt eine harte Kruste aus Salz. Dieses wird von vermummten Männern mit Äxten als panes de sal (Salzblöcke) aus dem Boden geschlagen und in einer Salzmühle weiterverarbeitet. Zentrum der Salzgewinnung ist Colchani, wo praktisch der ganze Ort von jodiertem Speisesalz lebt. Die Jahresproduktion liegt bei etwa 20.000 Tonnen.

Colchani ist dann auch unser erster Anlaufpunkt, wir können beobachten wie das Salz auf Lastwagen verladen und abtransportiert wird. Strahlend weiß liegt das schier unendliche Salzmeer vor uns, heller als auf jedem Gletscher glänzt uns die Sonne entgegen. Ungewohnt und sehr amüsant ist es im Salz zu laufen. Dazu gibt es hier noch ein Hotel aus Salz mit Übernachtungsmöglichkeit und ein Salzmuseum. Alle möglichen Kunstgegegenstände aus Salz kann man hier erwerben, aber auch den üblichen touristischen Kitsch. Nun geht es aber endlich in die unendlichen Weiten des Salars hinaus, Wege gibt es hier nicht, allenfalls Reifenspuren, trotzdem findet unser Fahrer problemlos immer den richtigen Weg.

Etwa zur Isla Pescado, einer fischförmigen Insel, welche leicht erhöht über dem Salz aufragt und ziemlich bewachsen ist, vor allem mit Kakteen. Diese sind ungefähr 1200 Jahre alt und erreichen eine Höhe von bis zu 12 Metern. Sie bilden den perfekten farblichen Kontrast zur weißen Salzmasse. Über diese bietet der höchste Punkt der Insel, nur 100 über der Oberfläche, aber in über 4000 Metern Höhe gelegen eine geniale Übersicht bis hin zu den weit entfernten schneebedeckten Vulkangipfeln.

11. Reisetag: Wanderung von Colquesa

Wir werden heute ein Stück den Vulkan Tunupa hinauffahren und dort ein wenig Wandern. Ein interessanter Aussichtspunkt ist schnell erreicht und bietet unvergleichliche Tiefblicken auf den riesigen Salar. Auch Mumien gibt es hier anzuschauen, wenn wir denn den Schlüssel dafür ausfindig machen können. Später durchqueren wir den Salar noch mal, diesmal in Richtung Süden. Übernachtet wird im Pueblo San Juan, völlig abgelegen und in respektabeler Höhe. Einfache Schlafzimmer sind vorhanden, sogar eine, wenn auch recht kalte Duschgelegenheit. Gekocht wird mit dem mitgebrachten Gaskocher nichts deutet auf eine Stromversorgung hin. Draußen bewegen sich Llamaherden direkt vor unserer Unterkunft, lassen sich aber ungern Photographieren. Vor uns liegt eine karge und eigentümliche Vulkanlandschaft, Felsen, Sandböden und schneebedeckte Gipfel wechseln sich ab, hin und wieder abgelöst durch grüne Fleckchen wo doch tatsächlich Kartoffeln und Getreide angebaut werden.

Dahlie-Felsen

12. Reisetag: Lagunen und Vulkane

In dem Stil geht es auch am nächsten Tag weiter, wir durchqueren fast verlassene Dörfer, verfallene Schulen und die interessantesten Landschaften, die man sich nur vorstellen kann. Rauchende Vulkane wie der über 5800 Meter hohe Ollague säumen den Horizont, Lagunen in allen erdenkliche Farben, rot, grün oder türkis, dazu die bizarrsten Felsgebilde (teilweise mit Bouldermöglichkeiten) und eine von Flechten bis zu kleineren Kakteenarten erstaunlich vielfältige Vegetation. Ob die wenigen Bewohner die eigentümliche Schönheit dieser an sich äußerst lebensfeindlichen Landschaft wohl ähnlich wahrnehmen?

13. Reisetag: Geysire, Heiße Quellen und Laguna Verde, Fahrt nach Uyuni

Für den nächsten Tag steht dann als erstes der Sol de Manana auf dem Programm, ein Geysir aus kochenden Lavaschlammlöchern bestehend. Diese sind nur am frühen Morgen aktiv und blasen eine ca. 10 Meter hohe Dampfwolke in die noch eiskalte Luft. Gelbliche Schwefeldämpfe mischen sich dazwischen, brodelnde Löcher und wenig fester Untergrund überall, welch ein Schauspiel. Danach passieren wir eigenartige, kalkgraue Felsgebilde, dessen interessantestes ungefähr die Form eines Pilzes hat. Dieser wird Arbol de Piedra genannt, Baum aus Stein. Die langohrigen Chinchillas leben hier und haben ebensoviel Spaß wir in den Felsen herumzuklettern. Weitere landschaftliche Kuriositäten und noch mehr Flamingos begleiten uns, oder zumindest unsere Augen auf unserem Weg.

Die heutigen Highlights sind die Laguna Verde mit der ebenmäßigen fast 6000 Meter hohen Pyramide des Licancabur im Hintergrund und ein nahe gelegenes „Thermalbad", eine heiße Quelle mit Bademöglichkeit. Dazu steuern wir aber noch zwei von Natur aus rote Lagunen an, jeweils mit großen Flamingoaufkommen. Laguna Colorada heißt die bekannteste.

Mit etwas Glück ist der Wechsel der Laguna von grün zu rot zu sehen, die Chancen sind gut, schließlich übernachten wir hier.

Durch bizarre Felswüsten und weiterhin spektakuläre Wüstenlandschaften geht es aussichtsreich zurück nach Uyuni, wo als letzter Punkt der Tagesordnung noch der Zugfriehof Cemeterio de los Trenes auf dem Programm steht. Nachdem uns ein Hotel duschen zur Verfügung gestellt hat geht es noch am gleichen Tag weiter nach La Paz. Endlich gibt es einen guten Liegebus dorthin sodass wir hoffentlich in dieser Nacht recht gut schlafen können. Zurück in Uyuni kommt uns unser vorher so einfaches Hotel plötzlich sehr komfortabel vor, nach Tagen gibt es dann am sogar kurzzeitig wieder warmes Wasser, welch ein Luxus. Um den noch zu steigern können wir am Abend gleich noch ein gutes Restaurant aufsuchen, wie wäre es mit Pasta.

Bromelie-Altiplano-Bolivien

14. Reisetag: Fahrt nach Potosi

Heute geht es vom eher tristen Ort Uyuni in einer atemberaubenden Busfahrt nach Potosi, der höchstgelegenen Grosstadt der Welt auf 4.065 Metern, einer Höhe also, die jedem Alpenberg zur Ehre gereichen würde. Die Fahrt dauert etwa 6 Stunden und führt an etlichen verschiedenen Landschaftsformen vorbei, teilweise mutet die Strecke sogar etwas afrikanisch an. Genau dort macht der Bus einen kurzen Fotostopp. Danach schraubt er sich höher und höher, bis die ehemalige Silberstadt erreicht ist. Nachdem wir unser Hotel bezogen haben reicht die Zeit noch für eine kurze Besichtigung. Erstaunlich lebendig ist Potosi, und mit durchaus interessanten Bauwerken gesegnet. Nebenher kann man aber auch europäische Waren erstehen, vor allem CDs. Restaurants gibt es dann auch genügend, sodass das Abendessen gesichert ist.

15. Reisetag: Wanderung im Kari Kari Gebiet

Natürlich hat die direkte Umgebung von Potosi noch mehr zu bieten als nur den Cerro Rico und die Minen, das wissen aber die Wenigsten. Wir fahren mit dem Taxi ein Stück die Stadt hinaus und lassen uns links neben der Minenauffahrt raussetzen. Mehrere Pfade führen dort von der Strasse weg in die Gebirgsregion hinein. Der erste erreichbare Weg mündet nach etwa 200-300 Höhenmetern auf eine breitere Fahrstrasse. Hier wenden wir uns nach links und ca. 30 Minuten später ist der unterste See erreicht. Touristen gibt es hier kaum, dafür aber umso mehr Lamas und Alpakas. Man kann den See umwandern und an seinem Einlauf den Pfad zum nächsten See einschlagen. 4 Seen sind so zu erkunden, weiter oben locken weglos noch mehrere leichte Berggipfel. Wenn das Wetter mitspielt schaffen wir auch noch einen leichten Gipfel, immerhin um die 5000 Meter hoch.

Laguna-San-Sebastian

16. Reisetag: Minen und Nachtfahrt nach La Paz

Bunt und für bolivianische Verhältnisse erstaunlich modern wirkt die Stadt, sie ist immer noch eine der wohlhabendsten des Landes. 162.500 Einwohner leben in dieser schmucken Stadt, von zahlreichen prunkvollen Kolonialbauten durchzogen. Doch nicht darin liegt die Hauptattraktion von Potosi, hinter den Häusern baut sich ein orangefarbener, mit vielfarbigen anderen Gesteinsformationen durchzogener Bergkegel der Cerro Rico. Sumaj Orcko, also heiliger Berg, heißt das Wahrzeichen der Stadt auf Quechua und war einer von zahlreichen Berggottheiten der Inkas. Reicher Berg lautet die Übersetzung aus dem Spanischen und deutet an, warum dieser Berg so besonders ist. Das „reich" steht für den außerordentlichen Mineralienreichtum des 4829 Meter hohen Giganten, vor allem Silber wurde hier in großen Mengen zu Tage gefördert und hat großen Reichtum, aber auch viel Elend in die Region gebracht. Die Minen besichtigen wir natürlich, heute wird hier vor allem Zink abgebaut, doch viel ist nicht mehr übrig. Nachdem wir unserem Führer Geschenke für die Arbeiter mitgegeben haben (am besten Schnaps und Cocablätter), durchforsten auch wir die engen und stickigen Gänge.

Um wieder mehr Luft zu bekommen steigen wir dem Silberberg jetzt aufs Dach, das ist gar nicht schwierig und braucht auch nur noch höchstens 600 Höhenmeter. Oben hat man einen herrlichen Blick auf die umliegende Landschaft und die Stadt, dazu befindet sich eine kleine solarbetriebene Hütte auf dem Gipfel. Mit dem Taxi geht es zurück nach Potosi, wo auch zu Abend gegessen wird.

Noch in der Nacht fahren wir mit einem bequemen Fernbus nach La Paz weiter. Dank Liegesitzen können wir halbwegs schlafen und gelangen in ca. 10 Stunden in die Andenmetropole.

17. Reisetag: Ruhetag auf Wunsch Cuesta de las Animas

Heute lassen wir es ruhig angehen nach den anstrengenden Tagen zuvor. Wir erkunden in Ruhe die Stadt um schon mal einen Teil ihrer unglaublichen Vielfalt aufzunehmen oder ruhen uns einfach in den zahlreichen Restaurants aus.

Wer möchte kann auch die Cuesta de las Animas besuchen, eine bezaubernde Gebirgslandschaft aus bizarren Erdtürmen.

Cerro-Pupusani

18. Reisetag: Cerro Kinkillosa

Je nach individuellen Vorlieben und Gruppengröße machen wir uns im Privatfahrzeug oder mit dem öffentlichen Minibus vom Stadtteil Villa Fatima zum Cumbre Coroico Pass auf. Noch etwas unterhalb der Passhöhe zweigt links unser Weg zum Berg ab. Zuerst wandern wir auf ebenem Pfad auf den Cerro Kinkillosa zu, bevor wir uns seine steilen Grashänge hinauf winden. Später gilt es eine weitläufige Schutthalde zu überwinden, wo sich interessante durchlöcherte Steine und auch kleine Mineralien finden lassen. Steil erstreckt sich nun rechts von uns der buntgefärbte Gipfelgrat. Diesen ersteigen wir an beliebiger Stelle, wobei sich mit jedem Schritt das überwältigende Gipfelpanorama weitet. Vor allem der ebenmäßige Eisklotz des Huayna Potosi hinterlässt unvergessliche Eindrücke. Noch prägnanter schiebt sich der 5528 m hohe Cerro Serkhe Khollo mit seinen Nachbargipfeln ins Bild. Wir überschreiten den Berg und machen uns an die skiähnliche Abfahrt durch ein steiles Geröllfeld. Der Rest des Abstieges verläuft an einem sehenswerten Steinbau unter einer kleinen Felswand vorbei auf den Inkachaca Stausee zu. Nachdem wir wir zum Seeufer abgestiegen sind, umrunden wir noch einen Teil des Sees und kehren über die breite Staumauer zur Passstrasse zurück.

19. Reisetag: Chacaltaya

Der Chacaltaya beherbergt auf ca. 5300 Metern das höchstgelegene Skigebiet der Welt. Mittlerweile ist allerdings leider der Grossteil der ehemaligen Gletscherfläche abgeschmolzen und der einzige kurze Skilift dümpelt einsam vor sich hin. Dennoch bietet die Überschreitung der Chacaltayakette ein phantastisches Panorama über fast die gesamte Cordillera Real mit atemberaubenden Tiefblicken auf La Paz. Nachdem wir mit dem Minibus auf über 5100 Meter Höhe „aufgestiegen" sind werden wir zuerst einmal zur Kasse gebeten. 10 Bolivianos Eintritt verlangt der ansonsten wenig hilfreiche Club Andino Boliviano, nur dafür das wir seine Hütte passieren dürfen. Nachdem wir das getan haben folgen wir dem deutlichen Aufstiegspfad, direkt am Hinterausgang.

Fast geradeaus steigen wir dem ersten der zahlreichen 5000er des Chacaltayamassivs entgegen. Das Ganze ist recht schnell erledigt, schon nach 150 Höhenmetern stehen wir am Gipfel. Leichter lässt sich wohl kaum ein solch hoher Berg besteigen. Es folgt ein kurzer Gegenabstieg, bevor wir auf gutem Weg linksseitig um den höchsten Punkt der Chacaltayakette herumwandern und diesem dann, diesmal von rechts über ein harmloses Gratstück, aufs eisige Haupt steigen. Hier behindert nun wirklich nichts mehr die gigantische Fernsicht auf das nicht enden wollende Gipfelmeer der Cordillera Real. Bis hierher schaffen es nur noch wenige der zahlreichen Tagesausflügler von La Paz. Und um uns komplett von diesen abzugrenzen, überqueren wir den linken, aussichtsreichen Gratrücken, bis kurz vor seinem Ende einfache Pfadspuren nach rechts in ein Schuttfeld hinabführen. Über sanft geneigte Geröllfelder erreichen wir vom Sattel aus den nächsten Gipfelpunkt. Weiterhin von exzellenten Ausblicken begleitet, vor allem zum Riesenklotz des Illimani herüber, überschreiten wir den harmlosen Grat. So weit bis sich nach leichtem Auf und Ab vom nächsten Gipfelpunkt aus eine kleine Steilwand direkt vor uns auftut. Doch alles sieht viel schlimmer aus als es ist. Denn wer nach rechts schaut wird sofort hilfreiche Steigspuren erblicken, die in sehr einfacher Kletterei über sichere Felsbänder nach Unten leiten. Beim nächsten Gegenanstieg halten wir uns dann links um ein paar felsige Abschnitte zu umgehen. Über einen breiten Schuttgrat steigen wir durch vielfarbige Gesteinsformationen in gut 15 Minuten zum ausladenden Gipfelkopf, dem zweithöchsten Punkt dieser Kette. Die ungewohnte Stille, kombiniert mit dem gewaltigen Gipfelblick versetzt uns in eine völlig andere Welt. Nun halten wir uns links und steigen in ein weitläufiges Tal unter den Gletscherflächen des Cerro Charkini hinab. Von hier aus fehlt uns maximal noch eine halbe Stunde bis zum Zongopass wo schon unser Fahrzeug warten sollte.

20. Reisetag: Rückflug

Der traurigste Tag der Tour denn nun geht es nach Deutschland zurück. Selbstverständlich begleitet sie unser Reiseleiter noch zum Flughafen, und nach der Verabschiedung geht es mit Zwischenstopp in Madrid zurück nach Hause. Vorher aber überfliegen wir noch mal Bolivien. Interessante Tiefblicke auf die Anden und das Amazonasgebiet rufen uns die vielen außergewöhnlichen Erlebnisse auf der Tour noch mal in Erinnerung und bieten reichlich Nahrung für neue Reiseideen und Tourenpläne. Es muss ja nicht das letzte Mal Südamerika gewesen sein.

 

Chacaltaya-und-Illimani


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