La Paz: Dein Basislager in den Anden
Du bist in El Alto gelandet, auf über 4000 Metern Höhe, und blickst hinunter in einen gewaltigen Krater, in dem sich ein scheinbar endloses Häusermeer ausbreitet. Das ist La Paz - ein Ort, der alle deine Sinne gleichzeitig attackiert und dich doch sofort in seinen Bann zieht. Hier, in der höchstgelegenen Metropole der Welt, verschmelzen Chaos und Schönheit zu einem Erlebnis, das du so nirgendwo sonst auf diesem Planeten findest.
Von Hexenmärkten direkt auf die eisigen 6.000er Boliviens
La Paz berauscht dich auf über 3.200 Metern mit kolonialem Erbe, mystischen Hexenmärkten und spektakulären Seilbahnfahrten vor der Kulisse des eisgepanzerten Illimani. Für Bergsportler ist die Metropole das perfekte Sprungbrett: Bizarre Erosionslandschaften bieten ideale Akklimatisation, während legendäre Inkapfade und stolze Sechstausender wie der Huayna Potosí in direkter Schlagdistanz auf deine Entdeckung warten.

Ein Logenplatz zwischen Himmel und Erde
La Paz ist weltweit der höchstgelegene Regierungssitz, auch wenn die offizielle Hauptstadt Boliviens eigentlich Sucre ist. Wenn du durch die Straßen wanderst, spürst du diesen ganz eigenen Rhythmus einer Stadt, die zwischen 3200 und 4100 Metern Höhe atmet. Es ist ein bedeutendes Zentrum der lateinamerikanischen Kultur und Lebensart, in dem sich moderne Hochhäuser im Zentrum mit den einfachen, rötlich schimmernden Lehmziegelbauten an den steilen Hängen abwechseln.
Die Stadt ist das pulsierende Herz eines Landes, das sich offiziell „Plurinationaler Staat“ nennt, weil hier 36 verschiedene Ethnien und ihre Sprachen anerkannt werden. Dieses kulturelle Erbe begegnet dir an jeder Ecke: im bunten Treiben der Märkte, im Stolz der Aymara-Frauen in ihren traditionellen Trachten und in der tiefen Verwurzelung alter Bräuche, die hier ganz selbstverständlich neben dem modernen Stadtleben existieren.

Zwischen Hexenmärkten und kolonialen Prachtbauten
Die Altstadt von La Paz mit ihrem kolonialen Erbe und den alten Bräuchen hat das Flair längst vergangener Zeiten bewahrt. Wenn du über die Plaza Murillo mit dem Regierungspalast oder zur Plaza San Francisco mit ihrer imposanten Kirche schlenderst, fühlst du dich in die spanische Kolonialzeit zurückversetzt. Doch La Paz wäre nicht La Paz, wenn sich direkt hinter diesen Prachtbauten nicht eine völlig andere Welt eröffnen würde.
Du musst unbedingt in die Calle Linares eintauchen, die besser als der „Hexenmarkt“ bekannt ist. Zwischen getrockneten Lama-Föten, bunten Amuletten und Kräutermischungen für jedes erdenkliche Problem spürst du die mystische Seite der Anden. Es ist kein inszeniertes Theater für Touristen, sondern gelebter Alltag. Hier werden Opfergaben für Pachamama, Mutter Erde, gekauft, um Glück oder Schutz zu erbitten - ein faszinierendes Fenster in die Seele Boliviens.
Überhaupt sind die Märkte das wahre Zentrum des Lebens. Praktisch alles lässt sich hier erwerben, und das oft zu Preisen, die für uns Europäer fast unglaublich niedrig wirken. Es ist laut, es riecht nach Gewürzen und Abgasen, und es ist genau diese Mischung, die La Paz so authentisch macht.

Abenteuer über den Dächern
Ein absolutes Muss für dich ist eine Fahrt mit dem „Teleférico“. Was ursprünglich als cleveres Nahverkehrsmittel gegen den Dauerstau in den steilen Gassen konzipiert wurde, hat sich zum spektakulärsten Aussichtserlebnis Südamerikas entwickelt. Während du fast lautlos in der Gondel nach oben schwebst, öffnet sich unter dir das ganze Panorama der Stadt.
Besonders beeindruckend ist der Blick auf den Illimani. Mit seinen 6439 Metern thront dieser eisgepanzerte Riese als ewiger Wächter über der Metropole. Für die Bewohner ist er mehr als nur ein Berg; er ist ein Symbol für Stabilität und Schutz. Von oben siehst du auch den extremen Kontrast zwischen den ärmlichen Hütten an den oberen Hängen und den modernen Villenvierteln in den tieferen Lagen, wo die Luft etwas dicker und das Klima milder ist.

Dein Tor zu den Giganten der Anden
La Paz ist ein wichtiger Ausgangsort für Bergsteigertouren und Trekkingtouren in die umliegenden Anden-Regionen. Für uns Bergsportler ist die Stadt die perfekte Basisstation. Bevor du dich an die großen 6000er wagst, bietet das Umland ideale Möglichkeiten zur Akklimatisierung.
Ein Klassiker für die ersten Tage ist die Wanderung zur Muela del Diablo, dem „Backenzahn des Teufels“. Diese markante Felsformation im Süden der Stadt bietet dir auf fast 4000 Metern Höhe einen ersten Test für deine Lungen und belohnt dich mit einem genialen Blick auf die Stadt und den fernen Illimani.
Wenn du es noch bizarrer magst, führt dich dein Weg ins Valle de las Ánimas, das „Tal der Seelen“. Hier wanderst du durch ein Labyrinth aus riesigen, erodierten Erdtürmen, die wie versteinerte Orgelpfeifen in den Himmel ragen. Für Fotografen ist das Licht hier kurz vor Sonnenuntergang ein absoluter Traum.
Ein weiterer wichtiger Spot für den „Höhencheck“ ist der Chacaltaya. Früher war hier das höchste Skigebiet der Welt, doch der Gletscher ist mittlerweile fast vollständig verschwunden - ein mahnendes Zeichen des Klimawandels. Trotzdem kannst du hier auf über 5000 Metern Höhe ganz entspannt über einen Grat wandern und eine Fernsicht genießen, die an klaren Tagen bis zum Titicacasee reicht.

Von hier aus geht es nach oben
Sobald dein Körper die Höhe akzeptiert hat, liegen dir die Ikonen der Cordillera Real zu Füßen. Der Huayna Potosí (6088 m) ist wohl der begehrteste Gipfel in der direkten Umgebung von La Paz. Seine fast perfekte Eispyramide ist von vielen Stellen der Stadt aus zu sehen und zieht Bergsteiger magisch an. Auch wenn er oft als „einfach“ bezeichnet wird, darfst du die steile Eispassage im Gipfelbereich und den ausgesetzten Grat niemals unterschätzen.
Für die, die absolute Einsamkeit suchen, ist das Hampaturi-Gebiet ein echter Geheimtipp, der nur etwa anderthalb Stunden von La Paz entfernt liegt. Hier findest du einsame Hochtäler, sprudelnde Wasserfälle und glasklare Lagunen wie die Sirkhi Khota. In diesem Revier der Hirten und Alpakas kannst du technisch unkomplizierte 5000er wie den Cerro Japa Japani besteigen, ohne auch nur einer anderen Seele zu begegnen.

Ein Kontrast, der bleibt
Wenn du nach Tagen im Eis oder auf staubigen Trekkingpfaden wie dem Choro Trail - der dich übrigens über 3500 Höhenmeter hinab in den Dschungel führt - zurück nach La Paz kommst, wirkt die Stadt plötzlich wie ein luxuriöser Hafen. Eine warme Dusche, ein richtiges Bett und ein Abendessen in einem der vielen guten Restaurants fühlen sich dann wie der größte Luxus der Welt an.
La Paz ist kein Ort für Menschen, die perfekte Ordnung und sterile Sauberkeit suchen. Es ist eine Stadt voller Ecken und Kanten, laut, manchmal anstrengend, aber unendlich herzlich und voller Leben. Wenn du dich auf sie einlässt, wirst du mit Bildern und Begegnungen belohnt, die dich noch lange nach deiner Heimkehr begleiten. Pack deine Wanderschuhe ein, gewöhn dich an die dünne Luft und entdecke diese faszinierende Andenmetropole - sie wartet darauf, dich zu überraschen.

Was sind die besten Trekking-Touren rund um La Paz?
Wenn du in La Paz landest, merkst du sofort: Diese Stadt ist das ultimative Basislager. Du bist umgeben von Eisriesen, und das Beste daran ist, dass du direkt vor der Haustür in einige der spektakulärsten Trekking-Abenteuer der Anden starten kannst. Hier ist eine Auswahl dessen, was du dir nicht entgehen lassen solltest:
Zum Einlaufen: Kurztrips direkt am Stadtrand
Bevor du die ganz großen Touren angehst, musst du dich an die dünne Luft gewöhnen. Dafür gibt es zwei Klassiker:
- Muela del Diablo (Teufelszahn): Dieser markante Felszacken thront im Süden der Stadt. Es ist eine kurze Tour durch grüne Felder und bizarre Erosionslandschaften, die dich auf knapp 4.000 Meter bringt. Von oben hast du einen genialen Blick auf das Häusermeer und den Illimani.
- Valle de las Animas (Tal der Seelen): Hier wanderst du durch ein Labyrinth aus riesigen Erdnadeln, die wie versteinerte Orgelpfeifen in den Himmel ragen. Es ist eine fast surreale Landschaft auf etwa 4.200 Metern Höhe.
Der Kontrast: Vom Eis in den Dschungel
Diese Touren, oft „Yunga-Treks“ genannt, bieten dir den extremsten Landschaftswechsel, den du dir vorstellen kannst.
- Choro Trail: Das ist der wohl bekannteste Klassiker. Du startest am über 4.700 Meter hohen Cumbre-Pass in einer kargen Hochgebirgswelt und steigst innerhalb von drei Tagen über 3.500 Höhenmeter hinab in die subtropischen Yungas. Du läufst auf perfekt erhaltenen Inkapfaden, überquerst Hängebrücken und landest schließlich im feuchtheißen Coroico.
- Takesi Trek: Er gilt als der besterhaltene präkolumbische Weg Boliviens. Die etwa 40 km lange Route führt dich über gepflasterte Pfade und uralte Treppenstufen von der rauen Alpacheta (4.650 m) hinunter in blühende Bergwälder.
Hochalpin und wild: Die Cordillera Real
Wenn du das echte Hochgebirge suchst, ohne sofort eine Expedition zu starten:
- Condoriri-Gebiet: Für viele die schönste Ecke der Anden. Das Trekking führt dich zur Laguna Chiar Khota auf 4.600 Metern. Von dort aus kannst du den Pico Austria (5.320 m) besteigen, einen der besten Aussichtsberge der Region, von dem aus du fast alle 6.000er Boliviens im Blick hast.
- Hampaturi-Gebiet: Ein echter Geheimtipp, nur ein bis zwei Fahrstunden von La Paz entfernt. Hier findest du einsame Hochtäler, glasklare Seen wie die Laguna Serkhe und technisch unkomplizierte 5.000er wie den Cerro Japa Japani. Es ist der ideale Ort, wenn du die Stille suchst und dem Massentourismus entfliehen willst.
Der "bequeme" Fünftausender: Chacaltaya
Früher war hier das höchste Skigebiet der Welt. Heute kannst du mit dem Fahrzeug bis auf 5.100 Meter fahren und dann entspannt über den Grat wandern. Es ist die einfachste Art, mal eben die 5.300-Meter-Marke zu knacken und dabei ein Panorama zu genießen, das vom Titicacasee bis zum Sajama reicht. Hier eine passende Tagestour zum ChacaltayaHier eine passende Tagestour zum Chacaltaya.
Egal für was du dich entscheidest: Denk daran, dass die beste Zeit die Trockenzeit von April bis Oktober ist. Da hast du meistens stahlblauen Himmel und die stabilsten Bedingungen für deine Touren.

Welche 6000er Berge erreiche ich von La Paz?
La Paz ist für uns Bergsteiger das perfekte Basislager, da du von dort aus gleich mehrere Sechstausender in Schlagdistanz hast.
Die Klassiker direkt vor der Haustür
- Huayna Potosí (6.088 m): Er ist der „Hausberg“ von La Paz. Den Zongopass als Ausgangspunkt erreichst du in einer kurzen Fahrt von etwa 1,5 Stunden. Aufgrund dieser Nähe ist der Gipfel in einer kompakten Zwei-Tages-Tour machbar.
- Illimani (6.439 m): Als Wahrzeichen thront er direkt über der Stadt. Die Anfahrt nach Pinaya dauert etwa 4 Stunden, von wo aus die Expedition zum höchsten Gipfel der Cordillera Real startet.
Die Riesen im Norden (via Sorata)
- Ancohuma (6.427 m) & Illampu (6.368 m): Diese beiden mächtigen Gipfel liegen nördlich von La Paz. Du fährst etwa 4 Stunden in das Bergdorf Sorata, das als Ausgangspunkt für die mehrtägigen Treks zu diesen anspruchsvollen Bergen dient.
Die Vulkane im Westen (Sajama-Region)
- Acotango (6.064 m): Dieser Grenzberg zu Chile ist in zwei Tagen von La Paz aus erreichbar. Dank eines alten Minenwegs kannst du mit dem Geländewagen bis auf 5.300 Meter hochfahren.
- Sajama (6.542 m): Der höchste Berg Boliviens liegt etwa 4 bis 5 Stunden Fahrt von der Metropole entfernt. Die Touren starten meist direkt in La Paz und führen über Patacamaya in den Sajama-Nationalpark.
- Parinacota (6.342 m): Er liegt ebenfalls im Sajama-Gebiet und wird oft in Kombination mit dem Sajama oder Acotango von La Paz aus angefahren.

Einsame Ziele in der Cordillera Real
- Chachacomani (6.074 m): Dieser eher selten besuchte 6.000er ist von La Paz aus in gut 2 bis 2,5 Stunden Fahrt über Penas erreichbar.
- Chearoco (6.108 m): Er liegt ebenfalls in der nördlichen Cordillera Real am Paso Mullu und ist bei frühzeitigem Start in weniger als drei Stunden von der Stadt aus erreichbar.
Der ferne Süden
- Uturuncu (6.088 m): Er liegt zwar im tiefen Südwesten Boliviens, ist aber fester Bestandteil vieler Bergsteiger-Rundreisen, die in La Paz starten und über Uyuni führen.
Welche Berge eignen sich zur Akklimatisation im Hampaturi-Gebiet?
Das Hampaturi-Gebiet, nur etwa 1,5 bis 2 Stunden von La Paz entfernt, gilt unter Bergsteigern als echter Geheimtipp und bietet dir ideale Bedingungen, um dich an die dünne Luft der Anden zu gewöhnen. Die Region ist ein wahres Paradies für Akklimatisationstouren, da du hier technisch unkomplizierte Gipfel findest, die bereits deutlich über der 5.000-Meter-Marke liegen.
Hier sind die besten Optionen für dein Höhentraining:
- Cerro Japa Japani (5.340 m): Dieser Berg ist perfekt für den Einstieg. Er wird oft auch „Doppelhorn“ genannt und ist von La Paz aus gut an einem Tag zu besteigen. Da er so gut wie keine alpinistischen Hindernisse aufweist, eignet er sich besonders für weniger erfahrene Bergsteiger, um ein Gefühl für die Höhe zu bekommen.
- Cerro Hati Khollo (5.421 m): Er ist der zweithöchste Berg der Kette und bietet einen spannenden Kontrast aus scharfen Felsgraten und sanfteren Schneefeldern. Da eine Seite meist nicht vergletschert ist, benötigst du im Normalfall keine Steigeisen, was den Aufstieg erleichtert.
- Cerro Serkhe Khollo (5.552 m): Wenn du erste Erfahrungen auf Gletschereis sammeln möchtest, ist dieser „Eisriese“ die richtige Wahl. Er ist technisch unschwierig und bietet dir eine prachtvolle, meist spaltenfreie Eisflanke zum Gipfel.
- Cerro Kinkillosa (5.028 m): Dieser Gipfel wird oft im Rahmen von Trekkingtouren durch das Hampaturital „mitgenommen“. Er lässt sich über steile Grashänge und Schuttfelder erreichen und belohnt dich mit einem umfassenden Rundblick auf die Königskordillere.
- Kasiri (ca. 5.500 m): Dieser markante, pyramidenförmige Berg ist ebenfalls ein Ziel in der Region, wird jedoch als seltener besucht beschrieben.
Durch Touren auf diese Gipfel bereitest du deinen Körper optimal auf die ganz großen Herausforderungen wie den Huayna Potosí oder den Illimani vor.
Welche Ausrüstung brauche ich für den Cerro Serkhe Khollo?
Wenn du den Cerro Serkhe Khollo (5552 m) in Angriff nimmst, begibst du dich in hochalpines Gelände, das vor allem durch seine prachtvollen Gletscherpassagen besticht. Obwohl der Berg technisch als eher unkompliziert gilt, ist er ein waschechter „Eisriese“, für den du eine spezifische Ausrüstung benötigst.
Hier ist die Checkliste für dein Abenteuer im Hampaturi-Gebiet:
1. Technische Hochtouren-Ausrüstung
Da der Aufstieg über eine markante Eisflanke und einen stark vergletscherten Gipfelgrat führt, ist folgende Hardware unverzichtbar:
- Steigeisen: Zwingend erforderlich für die sichere Begehung der Eisflanken.
- Eispickel: Zur Unterstützung im steileren Gelände und zur Sicherheit auf dem Gletscher.
- Klettergurt und Seil: Auch wenn der Gletscher als „spaltenfrei“ oder „harmlos“ beschrieben wird, gehört die Seilsicherung bei Gletscherbegehungen zum Standard.
2. Bekleidung und Schuhwerk
Unterschätze niemals die Bedingungen auf über 5.000 Metern:
- Bergstiefel: Du brauchst feste, bedingt steigeisenfeste (oder voll steigeisenfeste) Schuhe, die sowohl im rutschigen Geröll als auch im Eis Halt bieten.
- Mehrschicht-Bekleidung (Zwiebelprinzip): Für die mühsamen Schuttfelder brauchst du Bewegungsfreiheit, für den windigen Gipfelgrat einen absolut dichten Wind- und Kälteschutz.
3. Camp-Ausrüstung
Da das Basislager oft an der malerischen Sirkhi Khota Lagune auf etwa 4.700 m errichtet wird, ist eine entsprechende Camping-Ausrüstung nötig:
- Expeditionsschlafsack: Die Nächte in diesen Höhenlagen sind extrem kalt.
- Stirnlampe: Wichtig für einen frühen Aufbruch, um den Firn im besten Zustand zu erwischen.
Wichtiger Hinweis: Das Gelände eignet sich hervorragend, um deine „ersten Erfahrungen auf Gletschereis“ zu sammeln.

Welche kulturellen Highlights bietet La Paz für Wanderpausen?
Wenn du nach anstrengenden Tagen in der Cordillera Real dein Basislager wieder in La Paz aufschlägst, bietet die Stadt genau die richtige Mischung aus Entspannung und kulturellem Tiefgang, um die Batterien wieder aufzuladen. La Paz ist weit mehr als nur ein logistischer Knotenpunkt; es ist das pulsierende Herz der lateinamerikanischen Lebensart.
Hier sind die besten Tipps für deine Wanderpausen:
Mystik und Handwerk: Die Calle Linares
Ein absolutes Muss ist ein Bummel durch die berühmte Calle Linares, die besser als der „Hexenmarkt“ bekannt ist. Hier tauchst du tief in die spirituelle Welt der Anden ein. Zwischen bunten Webstoffen und Kunsthandwerk findest du Kräutermischungen, Amulette und die berühmten getrockneten Lama-Föten, die für Opfergaben an Pachamama (Mutter Erde) genutzt werden. Es ist der perfekte Ort, um sich treiben zu lassen und Souvenirs zu finden, die eine echte Geschichte erzählen.
Koloniales Erbe und Prachtbauten
Für einen entspannten Spaziergang eignet sich die Altstadt mit ihrem kolonialen Flair. Besonders beeindruckend sind die Plaza Murillo mit dem Regierungspalast und die Plaza San Francisco, deren imposante Kirche ein echtes Wahrzeichen ist. Hier spürst du den Kontrast zwischen der spanischen Kolonialarchitektur und den modernen Hochhäusern, die direkt daneben in den Himmel ragen.
Einzigartige Einblicke: Das Coca-Museum
Wenn du verstehen willst, welche Rolle das Kokablatt für die Identität und Geschichte Boliviens spielt, solltest du das weltweit einzige Coca-Museum besuchen. Es liefert dir spannende Hintergrundinformationen über die vielfältige Nutzung dieser Pflanze, die dir beim Trekking als Tee oder zum Kauen sicher schon begegnet ist.
Perspektivwechsel im Teleférico
Um die Dimensionen dieser Metropole, die weltweit als höchstgelegener Regierungssitz gilt, wirklich zu begreifen, solltest du in eine der Seilbahnen (Teleférico) steigen. Für ein paar Bolivianos schwebst du über die Häuserschluchten hinweg und hast von Aussichtspunkten wie dem „Killi Killi“ einen gigantischen Blick auf das Häusermeer und den alles überragenden Illimani.
Kulinarik und lokales Leben
Die Märkte der Stadt, wie etwa im indigen geprägten Stadtteil Villa Fatima, sind ein Fest für die Sinne. In landestypischen Lokalen kannst du dich durch die bolivianische Küche probieren - von deftigen Fleischgerichten bis hin zu frischen Forellen aus dem nahen Titicacasee. Und falls du danach noch Energie hast: Das Nachtleben in La Paz ist berühmt-berüchtigt und braucht sich vor anderen Großstädten nicht zu verstecken.
Für Fußballfans: Das Estadio Hernando Siles
Ein kurioses Highlight ist das höchste Fußballstadion der Welt. Es ist ein Symbol für den bolivianischen Stolz auf das Leben in der Höhe - Staatspräsidenten haben hier sogar Spiele organisiert, um der FIFA zu beweisen, dass man auf über 3600 Metern sehr wohl Spitzensport treiben kann.

Welche archäologischen Stätten gibt es in der Nähe von La Paz?
Wenn du in La Paz bist und mal eine Pause von der dünnen Höhenluft der Gipfel brauchst, bietet das Umland ein paar echte Highlights für Geschichtsfreunde.
Am wichtigsten ist definitiv Tiwanaku, die bedeutendste präkolumbische Stätte des Landes. Sie liegt nur etwa 70 km von La Paz entfernt und ist somit für einen Tagesausflug perfekt erreichbar. Dort kannst du das berühmte Sonnentor, die Akapana-Pyramide oder den Kalasasaya-Tempel besichtigen, die alle Zeugnisse einer der geheimnisvollsten Kulturen Südamerikas sind.
Ein weiteres Muss ist die Isla del Sol auf dem Titicacasee. Von La Paz aus fährst du etwa drei bis vier Stunden nach Copacabana und nimmst dann das Boot. Die Insel gilt als legendärer Ursprung des Inkareiches und ist übersät mit alten Pfaden und kleineren archäologischen Ruinen.
Falls du einen Abstecher in den Sajama-Nationalpark machst - was von La Paz aus etwa 4 Stunden Fahrt bedeutet -, solltest du dir die Chullpas anschauen. Das sind beeindruckende Grabtürme aus der Präinkazeit, die dort einsam in der weiten Altiplano-Landschaft stehen.
Selbst bei Trekkingtouren wie dem Takesi- oder Choro-Trail läufst du ständig auf Geschichte: Diese Wege führen über jahrhundertealte, oft perfekt erhaltene Steinpflasterungen der Inka, die früher als wichtige Handelsrouten zwischen dem Hochland und dem dichten Dschungel dienten.
Der Manu Nationalpark in Peru • Biosphärenreservat und Weltnaturerbe
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