Teneriffa beheimatet trotz ihrer kargen Vulkanlandschaft perfekt angepasste Reptilien, die stillen Herrscher der Insel. Die tagaktive Kanareneidechse ist die bekannteste. Männchen dieser größten Eidechsen Europas können bis zu 40 cm messen und zeigen in der Paarungszeit blaue Flecken. Du findest sie fast überall, auch auf Wanderwegen, wenn sie sonnenbaden. Nachts jagt der Mauergecko mit seinen Haftlamellen Insekten. Diese Tiere sind Meister der Anpassung an die verschiedenen Klimazonen, stehen aber unter Schutz vor Bedrohungen wie Hauskatzen und Urbanisierung.
Die stillen Herrscher von Teneriffa: Entdecke Eidechsen und Geckos
Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln, ist auf den ersten Blick eher von Felsen, Lava und Sonne geprägt, als von einer üppigen Tierwelt. Doch in dieser kargen Landschaft haben sich einige wenige, perfekt angepasste Reptilienarten behauptet - wahre Meister des Überlebens. Besonders die Eidechsen und Geckos gehören zum täglichen Landschaftsbild und sind ein Sinnbild der kanarischen Natur.
Die Kanareneidechse - Gallotia galloti
Die wohl bekannteste und auffälligste Reptilienart auf Teneriffa ist die Kanareneidechse (Gallotia galloti). Sie gehört zur Gattung Gallotia, die ausschließlich auf den Kanaren vorkommt und zu den größten Eidechsen Europas zählt.
Auf Teneriffa gibt es mehrere Unterarten, die sich durch Färbung und Größe unterscheiden - im Norden sind sie dunkler, im Süden heller gefärbt. Männchen können bis zu 40 cm lang werden und zeigen während der Paarungszeit kräftige blaue Flecken an den Flanken - ein eindrucksvolles Zeichen der Revierverteidigung.
Diese Eidechsen sind tagaktiv und lieben Wärme. Man findet sie fast überall: auf Mauern, zwischen Lavabrocken, in Gärten oder auf Wanderwegen rund um den Teide. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Früchten, Blüten, Insekten und manchmal auch kleineren Reptilien. Im Frühling kann man sie beim Sonnenbaden auf warmen Steinen beobachten - bewegungslos, aber stets wachsam.
Ein Relikt der Evolution: Die Rieseneidechsen der Kanaren
Besonders interessant ist, dass Teneriffa einst eine eigene Rieseneidechse hatte - ähnlich wie auf El Hierro, La Gomera oder Gran Canaria. Diese Tiere konnten bis zu 1,5 Meter lang werden, sind jedoch auf Teneriffa schon seit Jahrhunderten ausgestorben, vermutlich durch Jagd und eingeführte Raubtiere wie Katzen.
Auf Nachbarinseln wurden solche Rieseneidechsen erst in den 1990er-Jahren wiederentdeckt, was die Hoffnung nährt, dass auch Teneriffas Unterart in abgelegenen Gebieten überlebt haben könnte - bislang jedoch ohne Beweis.
Die nachtaktiven Jäger - Geckos auf Teneriffa
Neben den tagaktiven Eidechsen leben auf Teneriffa auch Geckos, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Am weitesten verbreitet ist der Mauergecko (Tarentola delalandii), ein gedrungenes Tier mit weicher, warziger Haut und großen, senkrecht geschlitzten Augen.
Er lebt in Mauerspalten, Hauswänden und Felsritzen, wo er sich tagsüber versteckt und nachts auf Insektenjagd geht. Mit seinen Haftlamellen an den Zehen kann er mühelos über glatte Oberflächen laufen - sogar kopfüber an der Decke.
In heißen Sommernächten hört man manchmal ihr leises Klick- oder Zirplaute - für viele Einheimische ein vertrautes Geräusch.

Lebensräume und Anpassung
Das Besondere an den Reptilien Teneriffas ist ihre enorme Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichen Klimazonen der Insel. Zwischen der trockenen Südküste, den Pinienwäldern der mittleren Höhenlagen und den kargen Hängen des Teide finden sie überall geeignete Lebensräume.
Während die Eidechsen im kargen Süden eher von Sukkulenten und Feigenkakteen leben, nutzen sie im grüneren Norden auch Beeren, Blüten und kleine Insekten. Ihre Fähigkeit, Wasser aus der Nahrung zu gewinnen und in Trockenzeiten inaktiv zu werden, sichert ihr Überleben.
Bedrohung und Schutz
Die größte Gefahr für Teneriffas Reptilien geht heute von Hauskatzen und eingeführten Arten aus, die Gelege und Jungtiere fressen. Auch der Verlust von Lebensräumen durch Urbanisierung spielt eine Rolle.
Die Gallotia-Arten stehen unter Schutz, und in mehreren Regionen (z. B. im Teide-Nationalpark und im Teno-Gebirge) gelten strenge Auflagen für den Erhalt ihrer Populationen.
Entdecke Teneriffa - Wandern, Berge und Natur auf der Vulkaninsel




