Gipfel und Berge in Bolivien (von A - Z)
Der Vulkan Acotango (6052 m) ist ein wenig bekannter 6000er im bolivianischen Sajamagebiet (Lauca Nationalpark). Dank eines Minenwegs kann man bis auf 5300 m hochfahren und den Berg ohne Zeltlager als Tagestour besteigen. Der Aufstieg bietet keine technischen Schwierigkeiten, lediglich leichtes Steigeisengehen kann nötig sein. Vom Gipfel aus genießt man spektakuläre Ausblicke auf sechs 6000er, die Laguna Chungara und den weit entfernten Salar de Coipasa. Der Acotango ist von der bolivianischen Seite aus besser zugänglich und gilt als ausgezeichneter Aussichtsberg.
Der Cabaray (5892m), ein imposantes Vulkanmassiv an der bolivianisch-chilenischen Grenze, ist ein selten bestiegener, technisch unschwieriger Berg. Der Aufstieg über steile, rutschige Geröllhalden ist mühsam, doch die gewaltige Rundumsicht vom Gipfel entschädigt. Man blickt über das weite Altiplano, den Salar de Coipasa und zahlreiche 6000er, bis hin zum Illimani. Bunte Felsgrate und bizarre Gipfeltürme prägen das eindrucksvolle Panorama.
Der Calzada-Pass (ca. 5100m) in der Cordillera Real ist Boliviens zweithöchster befahrbarer Punkt und beeindruckt mit extrem attraktiver Landschaft. Besonders die tiefblaue Laguna Carizal und die umliegenden, kaum bestiegenen Eisgipfel der Calzada- und Casiriregion (über 5800m) machen ihn zu einem Geheimtipp. Er bietet prächtige Eisanstiege, ideal auch für Einsteiger, mit unvergleichlichen Ausblicken, ohne Eintritts- oder Campinggebühren.
Der Cerro Austria (5300 m) ist ein markanter Aussichtsberg in Boliviens Condoriri-Gruppe, Teil der Königskordillere. Trotz seines imposanten Aussehens ist diese Felspyramide vom Tunisee aus einfach zu besteigen. Er liegt ideal über dem Basislager, was ihn zur perfekten Eingehtour für schwierigere Ziele wie den Pequeno Alpamayo macht. Der Ausgangspunkt Tuni ist von La Paz aus in etwa zwei Stunden erreichbar, allerdings nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was die Anreise etwas aufwendiger gestaltet.
Der Cerro Ceroca (4000 m) erhebt sich direkt über Copacabana am Titicacasee in Bolivien und ist unübersehbar. Ein breiter, wenig befahrener Fahrweg führt zum Gipfel durch Weide- und Ackerflächen. Die Besteigung bietet fantastische Tiefblicke auf den See und Copacabana, dient hervorragend zur Akklimatisierung und eröffnet weitreichende Ausblicke auf die Cordillera Apolobamba sowie die Königskordillere. Der Gipfel wird zudem von Paraglidern für Tandemflüge genutzt, da der Startplatz leicht zugänglich ist.
Der Cerro Choro (5197m) im bolivianischen Mururata-Massiv bietet eine einsame, technisch unschwierige, aber anspruchsvolle Tagestour. Der lange, wegelose Aufstieg über steile Geröllfelder erfordert Orientierungssinn. Am Gipfel eröffnet sich ein spektakulärer Tiefblick auf die tiefblaue Laguna Arkhata unterhalb des Mururata-Gletschers und ein umfassendes Panorama der Cordillera Real, inklusive Illimani und Huayna Potosí. Ein echtes Abenteuer abseits der Touristenpfade.
Der Cerro Janchallani (5420m) ist ein unbekannter, imposanter Berg nördlich der Condoriri-Gruppe in Bolivien. Der lange Aufstieg erfordert einen Zwischenabstieg zur malerischen Laguna Juri Khota. Trotz mühsamer Schuttfelder und groben Blockwerks belohnt der technisch unschwierige Gipfel mit spektakulären Tiefblicken auf die Laguna Juri Khota und weitreichenden Panoramen der gesamten Cordillera Real, inklusive Illampu und Huayna Potosí. Ideal für einsame Bergerlebnisse.
Der Cerro Mirador (5245m) in Boliviens Condoriri-Gruppe bietet aufgrund seiner vorgelagerten Position fantastische Aussichten. Die Tagestour ab Tuni, obwohl wegelos und über steiles Geröll führend, ist technisch überschaubar. Vom Gipfel genießt man beeindruckende Tiefblicke auf den Tunisee und die malerische Laguna Chiar Khota, umgeben von den majestätischen Eisriesen des Condoriri, Huayna Potosi und weiteren Andengipfeln. Ein lohnendes Ziel für einsame Bergerlebnisse.
Der Cerro Negro (knapp 5000 m) nahe La Paz ist ideal zur Akklimatisierung und bietet fantastische Ausblicke auf die südliche Cordillera Real. Von weitem wirkt dieser alleinstehende Berg wie ein halbes Rad. Der technisch einfache Aufstieg ab Choquequota führt über einen aussichtsreichen Grat zu einem malerischen Bergsee. Obwohl die Region abseits des Takesi Trails touristisch wenig erschlossen ist, beeindruckt der Cerro Negro mit Panoramablicken vom Illimani bis zum Huayna Potosí und ermöglicht Einblicke in traditionelle bolivianische Andendörfer.
Der Cerro Rico, der bekannte "Silberberg" über Potosí (Bolivien), ist eine historisch bedeutende, aber umstrittene UNESCO-Welterbestätte. Er symbolisiert die brutale Ausbeutung indigener Kulturen durch die spanischen Eroberer. Eine Wanderung auf seinen Gipfel bietet trotz der hochempfindlichen Atmosphäre und der anhaltenden Bergbauaktivitäten (heute nach Kupfer/Zinn) fantastische Ausblicke auf die Umgebung, einschließlich Seen und Bergziele. Die Stadt Potosí selbst, einst die reichste der Neuen Welt, dient als Ausgangspunkt für Touren und bietet auch abseits des Cerro Rico weitere Wandermöglichkeiten zur Akklimatisierung.
Der Serkhe Khollo (5552 m), ein unterschätzter Anden-Gipfel zwischen Mururata und Huayna Potosí, bietet trotz seiner geringen Bekanntheit eine technisch unschwierige, eintägige Besteigung von La Paz aus. Er ist ideal, um erste Gletschererfahrungen zu sammeln und sich für 6000er zu testen. Der Berg im touristisch unerschlossenen Hampaturigebiet überzeugt mit einem anregenden Aufstieg im leichten Eis und grandiosen Ausblicken über weite Teile der Cordillera Real, inklusive Illimani, Huayna Potosí und den fernen Sajamabergen.
Der Chearoco (6108m) in Boliviens Cordillera Real bietet eine mehrtägige, anspruchsvolle Hochtour. Die Route führt durch unberührte Landschaften, erfordert ein bis zwei Hochlager und überwindet am Gipfeltag steile Eispassagen (bis 55 Grad). Trotz der technischen Anforderungen und der Abgeschiedenheit belohnt der Aufstieg mit gigantischen Gletscherflächen und atemberaubenden Panoramablicken über die gesamte Cordillera Real bis zum Amazonasbecken und Titicacasee.
Der Hathi Khollo (über 5500m) ist ein anspruchsvoller Hochgipfel nahe La Paz, oft auch als Kasiri bezeichnet. Er bietet zwei lohnende Anstiege: entweder einen mittelschweren Eisanstieg oder einen extrem aussichtsreichen Gratanstieg von der Laguna Serkhe aus. Letzterer beinhaltet ausgesetzte Kletterei in brüchigem Fels, führt aber auch zum Nebengipfel (5478m) mit fantastischen Panoramablicken über die gesamte Cordillera Real. Der Abstieg erfolgt idealerweise über ein steiles Schuttfeld zurück zur Laguna Serkhe.
