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Ein versteckter Traumberg in der Cordillera Real: Der Wara Warani (5542 m)

Ein versteckter Traumberg in der Cordillera Real: Der Wara Warani

In der zentralen Cordillera Real in Bolivien zieht es deinen Blick fast automatisch zu den bekannten Eisriesen. Doch es sind oft die verborgenen, unnahbaren Gestalten im Hintergrund, die eine ganz eigene, magische Anziehungskraft ausüben. Genau so ein Berg ist der Wara Warani mit seinen stolzen 5.542 Metern. Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als wir uns damals auf den Weg machten, um diesen eindrucksvollen Fels- und Eisriesen zu erkunden.

Schon die Anfahrt hat echten Expeditionscharakter und lässt das Herz jedes Bergsteigers höherschlagen. Nördlich der verschlafenen Ortschaft Peñas verlässt du die gewohnten Hauptrouten. Du fährst an einem einfachen Sportplatz am Ortsausgang vorbei, und genau dort zweigt rechts ein kleiner, völlig unmarkierter Fahrweg ab. Wer hier ohne Ortskenntnis oder erfahrenen Guide unterwegs ist, fährt garantiert vorbei. Doch genau das wollen wir bei SuedamerikaTours.de: Wir bringen dich an die Orte, an denen die Anden noch absolut wild und unberührt sind.

Wenn du das Können mitbringst, ist der Wara Warani eine absolute Traumtour

Unser eigentliches Abenteuer begann am Ende des Fahrwegs. Von dort aus stiegen wir in rund zwei Stunden und über 600 Höhenmeter hinauf zur Laguna Wara Warani. Als sich der Blick auf den See öffnete, stockte mir kurz der Atem. Die Laguna liegt eingebettet in ein tief hochalpines Amphitheater - stumm, glasklar und mit perfekten Zeltflächen direkt am Ufer. Wasser ist reichlich vorhanden, und die Stille hier oben ist so tief, dass du das Knistern der eigenen Daunenjacke hörst.

Der Wara Warani selbst ragt dahinter als kühne Pyramide auf. Obwohl er so eine imposante Gestalt besitzt, wird er extrem selten bestiegen. Nach der Erstbegehung in den 70er Jahren geriet der Berg fast in Vergessenheit, bis 2014 ein starkes Team eine neue Linie durch die Südwestwand zog: die Alaxpacha Warawara Thaki - was übersetzt so viel wie „Weg der Sterne zum Himmel“ bedeutet.

Als wir uns die Tour genauer vornahmen, wurde schnell klar, warum der Berg diesen Respekt einflößt. Die 600 Höhenmeter der Wand verlangen dir alles ab: Steileisfelder bis 65 Grad, anspruchsvolle Mixed-Kletterei im M4-Bereich und ausgesetzte Felsausstiege im UIAA-Grad 5.6. Das ist kein Ort für Anfänger – die Bewertung D+ R zeigt deutlich, dass du hier nicht nur Klettertechnik, sondern auch alpine Erfahrung, Nervenstärke und ein hervorragendes Gespür für die Wegfindung brauchst. Gerade der wechselnde Schnee und die brüchigen Felszonen fordern konzentriertes Arbeiten bei jedem Schritt.

Nach der Wand stiegen wir über eine steile Rinne in der Ostwand ab, umrundeten den Berg nach Nordwesten zu einem Gratpass und kehrten schließlich über den weiten Gletscher südwestwärts zum Zeltlager an der Laguna zurück.

Die Besteigung des Wara Warani ist nur für versierte Alpinisten geeignet, am besten mit einem lokalen, zertifizierten Bergführer.

Der Berg Cerro Wara Warani In der zentralen Cordillera Real in Bolivien

Wo findet man den Wara Warani?

Der Wara Warani liegt in der zentralen Cordillera Real, nördlich bzw. nordwestlich von Pocaceuta und Wila Llojeta. Die Höhe wird mit 5.542 m angegeben. Der ideale Zugang erfolgt über den Ort Penas, bzw. hinter dem Örtchen etwas weiter nördlich. Wir fahren an einem Sportplatz vorbei zum Ortsausgang. Hier führt rechts ein unscheinbarer Fahrweg auf die Cordillera zu. Nicht markiert, den muessen wir nehmen.

Wird der Wara Warani oft besucht?

Bemerkenswert ist, dass der Berg trotz seiner imposanten Form nur sehr selten bestiegen wird. Die erste Besteigung erfolgte wahrscheinlich erst im August 1975 durch S. Calegari, G. und M. Foresti sowie G. Ferrari über die Ostwand – die genaue Linie dieser Erstbesteigung ist allerdings nicht mehr ausfindig zu machen. In den letzten Jahren habe ich von keiner Besteigung gehört, aber nicht jeder macht die publik.

Was ist die beste Route zum Wara Warani?

Die interessante Route: „Alaxpacha Warawara Thaki“

Die derzeit am besten dokumentierte Route ist eine neue Route durch die Südwestwand, die im Oktober 2014 von Artem Bylinskii, Davide Vitale, Juvenal Condori Vallejo und Rodrigo Villaroel eröffnet wurde.

Sie wurde mit:

  • D+ / 65° / 5.6 / M4 / R / 600 m

bewertet und erhielt den Namen „Alaxpacha Warawara Thaki“, sinngemäß etwa „Weg der Sterne zum Himmel“.
Hier braucht es Klettertechnik und vor allem ein sehr gutes Gespür für die richtige Wegführung.

Was sind die technischen Schwierigkeiten?

Die 600 Höhenmeter der Wand bestehen aus einer Mischung aus

  • steilem Schnee bzw. Eis bis etwa 65°,
  • Felskletterei bis etwa UIAA 5.6,
  • Mixed-Kletterei M4,
  • teilweise schlechter bzw. brüchiger Felsqualität,
  • ausgesetztem alpinem Gelände und
  • Absicherung teilweise mit größeren Abständen.

Gerade der letzte Punkt ist wichtig: D+ R bedeutet hier nicht einfach „etwas schwieriger als PD“. Die Route verlangt eigenständiges alpines Klettern und Erfahrung mit wechselndem Fels-, Schnee- und Eisgelände.

Wo liegt der beste Zugang

Sehr interessant ist, dass der Berg von Peñas aus erschlossen wird. Die Kletterer gingen zur Laguna Wara Warani, die als Basis für den Gipfel dient.

Der See liegt bereits in einer ausgesprochen hochalpinen Umgebung. Für die Zufahrt existieren Straßen bzw. Fahrwege, die teilweise von den Wasserkraftanlagen genutzt werden. Alternativ kann man von der Straße bzw. aus dem Bereich Laguna Viscachani zu Fuß zur Laguna Wara Warani gelangen.

Was ist noch wichtig?

Auch bei dem Zugang von Penas aus kann man nicht bis zur Laguna Wara Warani fahren! Es sind vom letzten Parkplatz noch ca. 2 Stunden und 600Hm bis zur wunderschön gelegenen Laguna Wara Warani. Hier finden sich ideale Flächen zum Zelten und Wasser ist auch vorhanden.

Wie war der eigentliche Ablauf der 2014er Route

Der interessanteste Teil der Recherche ist die Abstiegs-/Umrundungsroute:

Die vier Bergsteiger starteten von der Laguna Wara Warani und stiegen über die Südwestwand auf. Nach Erreichen des Gipfelbereichs stiegen sie anschließend über eine Rinne der Ostwand ab. Danach umrundeten sie den Berg, stiegen nach Nordwesten zu einem Col und gingen anschließend über einen Gletscher südwestwärts zurück zur Laguna Wara Warani.

Das größte Problem sind die unsicheren Bedingungen

Der Bericht von 2014 ist hier sehr aufschlussreich. Die Kletterer fanden

  • überwiegend Harsch über weichem Schnee,
  • im Tagesverlauf zunehmend schlechtere Schneeverhältnisse und
  • sehr fragwürdigen/brüchigen Fels.

Das erklärt auch die relativ hohe Bewertung D+ und das R in der  Routenbewertung

Bitte kontakte uns, wenn du versuchen möchtest, den Wara Warani zu besteigen:

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