+49 (0) 52 52-93 60 372 +49 (0) 151-15 58 29 11 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Ubinas Vulkan (5672m) • Peru • Aktiver Vulkan in Süden Perus

Ubinas Vulkan (5672m) • Peru • Aktiver Vulkan in Süden Perus
Foto von: Diego Delso, https://delso.photo/, License CC BY-SA

Der Ubinas - ein unbekannter Vulkanriese im Süden von Peru

Der Vulkan Ubinas bei Arequipa läuft oft unter dem Radar der alpinen Gemeinschaft - und doch ist der Ubinas ein Berg, der Bergbegeisterten sehr schöne Erlebnisse bieten kann.

Die Region um Arequipa mit dem Colca Canyon, den Vulkanbergen Misti und Chachani sowie der weißen Stadt selbst ist sehr gut besucht. Den Vulkan Ubinas besteigt aber kaum jemand, was eigentlich schade ist, denn schon allein die Anfahrt ist sehr lohnend! Und die Besteigung eines aktiven Vulkans ist wahrlich ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. 

Deshalb möchten wir euch diesen Berg einmal näher vostellen:

Der Ubinas ist der aktivste Vulkan Perus

Hier einige allgemeine Informationen über den aktivsten Vulkane der gesamten Zentralanden.

Der Ubinas erhebt sich auf 5.672 m Höhe in der Region Moquegua, etwa 70 Kilometer östlich von Arequipa. Der gewaltige Schichtvulkan dominiert das obere Ubinas-Tal und ist bereits aus großer Entfernung sichtbar. Sein Gipfel wird von einer rund 1,4 Kilometer breiten Caldera mit einem jüngeren aktiven Krater eingenommen. Seit dem 16. Jahrhundert sind zahlreiche Ausbrüche dokumentiert, weshalb der Vulkan permanent durch das peruanische Instituto Geofísico del Perú überwacht wird.

Anders als die bekannten Gipfel Misti oder Chachani ist der Ubinas kein erloschener Vulkan, sondern ein aktives vulkanisches System mit regelmäßigen Ascheeruptionen, Gasaustritten und vulkanotektonischen Erdbeben. Noch 2023 und 2024 kam es zu erneuten Eruptionen mit Aschewolken und vulkanischer Aktivität.


Der Geologische Ursprung des Ubinas

Die erdgeschichtliche Entwicklung des Vulkans.

Die Entstehung der Andenvulkane

Die Ursache für den Vulkanismus liegt tief unter den Anden. Vor der Westküste Südamerikas taucht die ozeanische Nazca-Platte mit mehreren Zentimetern pro Jahr unter die südamerikanische Kontinentalplatte ab. Dieser Prozess wird Subduktion genannt.

Beim Absinken der Nazca-Platte werden Wasser und flüchtige Bestandteile in den darüber liegenden Erdmantel freigesetzt. Dadurch schmilzt Mantelgestein teilweise auf und bildet Magma. Dieses steigt entlang von Störungszonen auf und speist die Vulkane der Zentralen Vulkanzone der Anden (Central Volcanic Zone, CVZ), zu der auch der Ubinas gehört.

Die gleiche tektonische Ursache erzeugt die starken Erdbeben Perus und Chiles. Deshalb sind vulkanische Aktivität und Seismizität in dieser Region eng miteinander verknüpft.

Erdgeschichtliche Entwicklung

Ubinas I - Der Urvulkan

Die Geschichte des Ubinas begann vor mehr als 376.000 Jahren im mittleren Pleistozän. Damals entstand ein erster Vulkanbau, der heute als „Ubinas I“ bezeichnet wird.

Dieser ältere Vulkan bestand überwiegend aus andesitischen Lavaströmen und erreichte vermutlich bereits mehrere Tausend Meter Höhe. Irgendwann wurde seine Struktur jedoch instabil. Ein gewaltiger Flankenkollaps ließ einen großen Teil des Berges einstürzen.

Die Schuttlawine bewegte sich mehr als 12 Kilometer talwärts und hinterließ gewaltige Ablagerungen, die noch heute nachweisbar sind.

Ubinas II - Der heutige Vulkan

Nach dem Kollaps begann sich ein neuer Vulkan aufzubauen.

Dieser jüngere Vulkan, „Ubinas II“, bildet den heutigen Gipfelkegel. Er besteht aus zahlreichen Lavaströmen, Ascheschichten, Bimsablagerungen und vulkanischen Brekzien.

Der neue Vulkan wuchs direkt innerhalb der Reste des älteren Vulkans heran und erreichte schließlich seine heutige Höhe von 5.672 Metern. Dabei entstanden die charakteristischen steilen oberen Flanken mit Neigungen bis etwa 45 Grad.

Die Gipfelcaldera

Der Gipfelbereich des Ubinas gehört zu den spektakulärsten Vulkanlandschaften Perus.

Zahlen zur Hauptcaldera:

  • Durchmesser ca. 1,4 km
  • Tiefe ca. 150 m

Steile Felswände umschließen mehrere Fumarolenfelder.

Im Inneren befindet sich ein jüngerer Krater mit etwa 500 m Durchmesser und rund 200 m Tiefe. Hier befinden sich Schwefelablagerungen und aktive Gasquellen. Die gelben Schwefelablagerungen waren im 19. Jahrhundert sogar Gegenstand eines kleinen Bergbaus.

Eruptionsgeschichte

Der Ubinas gilt als historisch aktivster Vulkan Perus.

Seit dem Jahr 1550 wurden mindestens 23 größere Aktivitätsphasen dokumentiert. Die meisten Ausbrüche waren explosiver Natur und förderten

  • Asche
  • Lapilli
  • vulkanische Bomben
  • pyroklastische Ströme
  • Lahare

Vor etwa 1.000 Jahren ereignete sich wahrscheinlich eine plinianische Eruption, die große Mengen Bimsstein über weite Teile Südperus verteilte.

Vulkanische Erdbeben und Seismologie

Vor Ausbrüchen registrieren die Messstationen häufig:

  • Vulkanotektonische Beben (VT)
    Diese entstehen durch das Aufbrechen von Gestein, wenn Magma aufsteigt.
  • Long-Period-Erdbeben (LP)
    Diese werden durch Bewegungen von Gasen und hydrothermalen Flüssigkeiten verursacht.

Bei den jüngsten Eruptionen wurden hunderte vulkanotektonische Erdbeben pro Monat registriert. Gleichzeitig entstanden Aschewolken von über einem Kilometer Höhe.


Besteigung des Vulkans Ubinas

  • Ausgangspunkt: Ein kleiner Weiler namens Querapi
  • Starthöhe: ca. 4.000 m
  • Koordinaten: 16°20'S / 70°55'W

Von Arequipa aus benötigt man etwa 4-5 Stunden Fahrzeit.

Aufstiegsroute:

Start ist meistens in Arequipa (2.335 m), die Anfahrt führt über das Örtchen Chiguata zu den Lagunas de Salinas. Nun durchquert man das Ubinas-Tal bis zum Örtchen Querapi.

Aufstieg

Startpunkt ist der Ortskern von Querapi (4.000 m). Von hier kommt man aber noch höher an den Berg heranfahren. Mit etwas Glück auf mindestens 4800m. 

Der Anstieg beginnt in den trockenen Hochlandhängen, südlich des Vulkans. Zunächst folgt man Viehpfaden durch lockeres Vulkanmaterial. Nach gut 2 Stunden erreicht man ein Hochplateau (4.600 m). Weitere zwei Stunden später gelangt man auf ein weitläufiges Plateau. Von hier zeigt sich erstmals die Gipfelcaldera. Steile Aschehänge führen mühsam, aber unschwierig über den breiten Südwestgrat zum selten besuchten Gipfel. 

Fakten zur Besteigung:

  • Aufstieg: 800 Hm
  • Zeit: 4-5 Stunden
  • Route: Südwestgrat (5.000 m)

Das Gelände besteht aus:

  • Vulkanasche,
  • Bims und
  • losem Geröll.

Der Kraterrand

  • Für viele ist der Kraterrand der Schlusspunkt (bei ca. 5.550 m).
  • Kurz vor dem Gipfel erreicht man die Caldera. 
    • Hier sollte der Wind sorgfältig geprüft werden. 
    • Bei ungünstigen Bedingungen können Schwefelgase gefährlich werden.
  • Der Blick fällt direkt in den aktiven Hauptkrater.

Aufstieg: 850 Hm

  • Gesamtzeit: 4-5 Stunden
  • Höchster Punkt: (5.672 m)
  • Der höchste Punkt befindet sich am Nordrand der Caldera.

Panorama:

Man sieht alle hohen Vulkane im Umkreis wie den

  • Vulkan Misti (5.822 m),
  • Vulkan Chachani (6.075 m),
  • Vulkan Huaynaputina und den nahe gelegenen
  • Pichu Pichu.

Außerdem zeigt sich

  • das Örtchen Ticsani,
  • die Salinas Hocheben, die wir auf der Anfahrt zu sehen bekommen und sogar
  • das Andenhochland bis Bolivien.

"Bergsteigen in Südperu" - Eine außergewöhnliche Peru-Rundreise mit Trekking, Inka-Kultur und 6000er Besteigungen in den Anden.

Schwierigkeiten und Fakten:

  • Technik: leicht
  • Kondition: mittel bis schwer
  • Schwierigkeit: F / T3
  • Höhenunterschied: ca. 850 Hm
  • Aufstiegszeit: 3-4 Stunden
  • Abstieg: 2 Stunden

Gefahren:

Der Ubinas ist kein gewöhnlicher Berg, sondern ein aktiver Vulkan.

  • Vor jeder Besteigung sollten aktuelle Aktivitätsberichte des peruanischen Vulkanobservatoriums geprüft werden.
  • Mögliche Gefahren sind
    • plötzliche Ascheeruptionen,
    • vulkanische Gase,
    • Steinschlag am Kraterrand,
    • Höhenkrankheit sowie
    • Gewitter und Schneefall.

Besonders der Aufenthalt direkt am Kraterrand sollte nur bei stabilen Bedingungen erfolgen. In aktiven Phasen des Vulkans wird die Besteigung zeitweise vollständig gesperrt.

Der Ubinas zählt zu den faszinierendsten Vulkanzielen Südperus. Geologisch bietet er einen einzigartigen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Anden. Die Besteigung ermöglicht eine der eindrucksvollsten Kratertouren des Landes - vorausgesetzt, der Vulkan befindet sich in einer ruhigen Phase.


Perus unentdeckter Riese wartet auf dich!

Kaum jemand hat Vulkan Ubinas auf dem Schirm. Dabei bietet er ein echtes, unverfälschtes Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade. Wir haben bereits mehrere Gäste zu diesem spektakulären Ziel begleitet und bieten dir die Besteigung als knackige, lange Tagestour direkt von Arequipa aus an.

Du hast Lust auf einen echten Geheimtipp in Peru? Gerne planen wir dein individuelles Anden-Abenteuer!

Kontaktformular

Erlebnisreisen mit SuedamerikaTours.de

Melden Sie sich zum SuedamerikaTours-Newsletter an und bleiben Sie auf dem Laufenden:

Newsletter Abo

Datenschutz: Bitte bestätigen, dass Sie der Speicherung der übermittelten Daten zustimmen:
Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Datenschutz *

Spamschutz: Bitte bestätigen, dass Sie ein Mensch und kein Roboter sind:

10 + 6 =

Welcher Vulkan in Peru ist aktiv?

In Peru findest du vor allem im Süden des Landes Vulkane, die noch aktiv sind. Der markanteste ist der Misti bei Arequipa, der offiziell als aktiv gilt, auch wenn derzeit keine akute Ausbruchsgefahr besteht. Hin und wieder kannst du an seinem Krater leichte Rauchwolken aufsteigen sehen. Sein letzter nennenswerter Ausbruch fand vermutlich um das Jahr 1400 statt.

Ein weiterer Vulkan mit sporadischer Aktivität ist der Ubinas. Diese aktiven Vulkane und die zahlreichen heißen Quellen in der Region sind ein klarer Beleg dafür, dass die geologischen Formungsprozesse in den Anden bis heute andauern.


Gibt es einen Vulkan in der Nähe von Machu Picchu?

Wenn du dich direkt bei Machu Picchu umsiehst, suchst du vergeblich nach rauchenden Vulkankegeln. Die weltberühmte Ruinenstadt liegt in den Vilcabamba-Bergen, eingebettet in den dichten Bergnebelwald der sogenannten „Selva Alta“.

Die markanten Vulkane Perus findest du erst ein ganzes Stück weiter südlich. Das vulkanische Zentrum des Landes konzentriert sich vor allem auf die Region rund um die Stadt Arequipa und den Colca Canyon. Dort thronen die bekannten Riesen wie der formschöne Misti, der Chachani oder der Ampato, auf dem die berühmte Eismumie „Juanita“ gefunden wurde.

Zwischen Cusco (dem Ausgangspunkt für Machu Picchu) und diesen Vulkanregionen liegen hunderte Kilometer. Wenn du von Cusco aus zu den Vulkanen im Süden willst, musst du eine längere Reise einplanen – mit dem Bus bist du beispielsweise nach Puno oder Arequipa oft zwischen sechs und zehn Stunden unterwegs.

Fazit: In der unmittelbaren Nähe von Machu Picchu gibt es keine Vulkane. Für dieses spezielle Abenteuer musst du deine Reise in den tiefen Süden Perus fortsetzen.


Welche Ausrüstung wird für eine Vulkanbesteigung benötigt?

Wenn du planst, einen der mächtigen Vulkane Südperus zu besteigen, hängt die Packliste stark davon ab, ob du technisch anspruchsvolle Routen oder die eher moderaten Normalwege wählst. Hier ist eine Übersicht, was du für dein Abenteuer in der dünnen Luft brauchst:

Technische Grundausrüstung

Für die meisten Gipfelgänge, die oft mitten in der Nacht starten, sind folgende Dinge unverzichtbar:

  • Steigeisen und Eispickel: Auch wenn viele Vulkane wie der Misti oft eisfrei sind, gehören Steigeisen und Pickel zur Standardausrüstung, da sich die Bedingungen (z.B. Firnfelder) je nach Jahreszeit schnell ändern können.
  • Stirnlampe: Da der Gipfelsturm meist zwischen 1:00 und 2:00 Uhr nachts beginnt, ist eine zuverlässige Lichtquelle ein Muss.
  • Bergschuhe: Du benötigst feste, steigeisenfeste Schuhe. Viele lokale Agenturen bieten diese auch zum Verleih an.
  • Sicherungsmittel: Bei anspruchsvolleren Bergen wie dem Hualca Hualca kann ein Führungs- oder Sicherungsseil notwendig sein, besonders wenn Kletterstellen im 4. oder 5. Grad überwunden werden müssen.

Kleidung und Wetterschutz

In den Höhenlagen über 5.000 Metern sind die Bedingungen extrem. Du musst dich auf „eisige Höhenstürme“ und gewaltige Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht einstellen.

  • Zwiebelprinzip: Mehrere Schichten warmer Kleidung sind Pflicht. Besonders die Nächte im Zelt auf über 5.000 Metern werden sehr kalt.
  • Sonnenschutz: Die UV-Strahlung in dieser Höhe ist extrem aggressiv.

Camp-Ausrüstung

Wenn du eine organisierte Tour buchst, wird ein Großteil der schweren Ausrüstung gestellt:

  • Zelte und Isomatten: Hochwertige Expeditionszelte werden normalerweise vom Veranstalter gestellt und per Jeep oder Tragtiere zum Basislager transportiert.
  • Schlafsack: Ein sehr warmer Daunenschlafsack ist überlebenswichtig für die kalten Nächte im Hochlager.

Verpflegung und Flüssigkeit

  • Wasser: Du solltest mindestens zwei Liter Flüssigkeit für den Aufstieg einplanen, da die trockene Luft und die Anstrengung den Körper schnell dehydrieren.
  • Energie-Snacks: Für den Gipfeltag sind leichte, energiereiche Snacks (Schokolade, Nüsse) ideal.

Ein wichtiger Rat zum Schluss: Die beste Ausrüstung nützt nichts ohne die richtige Vorbereitung. Eine gründliche Akklimatisation, zum Beispiel im Colca Canyon oder in Arequipa, ist die Grundvoraussetzung, damit du die 6.000er-Marke sicher erreichst.


Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.